Umsatz und Gewinn rückläufig

27.000 HP-Mitarbeiter müssen gehen

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Das Geschäft von Hewlett-Packard (HP) schrumpft. Das Management reagiert mit drastischen Maßnahmen und will 27.000 Stellen streichen.
HP-CEO Meg Whitman: "Entlassungen sind immer schwierig, sie sind aber notwendig."
HP-CEO Meg Whitman: "Entlassungen sind immer schwierig, sie sind aber notwendig."
Foto: Meg Whitman

Bis zum Jahr 2014 wird HP aller Voraussicht seine Belegschaft, die derzeit knapp 350.000 Köpfe zählt, um rund acht Prozent reduzieren. Das kündigte Firmenchefin Meg Whitman im Rahmen der Präsentation der aktuellen Quartalszahlen an: Entlassungen seien immer schwierig, sagte Whitman, doch "sie sind notwendig, um den Betrieb zu verbessern und das Unternehmen auf eine gesunde Basis zu stellen." Damit verschärft die Managerin nochmals die Gangart in der langfristig angelegten Restrukturierung, die bereits im Oktober 2011 eingeleitet wurde und von der sich das Unternehmen Einsparungen von bis zu 3,5 Milliarden Dollar pro Jahr verspricht. Ein Großteil des Geldes soll wieder in das Unternehmen investiert werden. Dem stehen einmalige Restrukturierungskosten von 3,5 Milliarden Dollar gegenüber. In welchen Niederlassungen wie viele Mitarbeiter gehen müssen ist bis dato noch nicht bekannt.

Die Nettoeinnahmen für das zweite Geschäftsquartal, das am 30. April beendet wurde, beliefen sich auf 1,6 Milliarden Dollar und lagen damit 31 Prozent unter dem Wert des Vergleichsquartals 2011. Der Umsatz erreichte den Wert von 30,7 Milliarden Dollar, das sind drei Prozent weniger als im zweiten Quartal 2011. Die Marktzahlen belegen Probleme im PC-Geschäft, in dem HP möglicherweise die Marktführerschaft verlieren wird (siehe HP verliert Spitzenplatz im deutschen PC-Markt). Zudem verschiebt sich der Absatz zunehmend in Richtung Tablet-PCs und Smartphones. In diesen Segmenten konnte HP bislang noch keine Akzente mit eigenen erfolgreichen Produkten setzen.

Bedenklich ist zudem die Schwäche im Druckergeschäft, das dem Konzern in der Vergangenheit zuverlässig gute Zahlen bescherte. Hier gingen die Einnahmen um zehn Prozent zurück. Gegensteuern möchte Whitman mit der Zusammenlegung von PC- und Druckersparte. Entsprechende Pläne hatte die Firmenchefin im März 2012 angekündigt und damit eine Kehrtwende zum Kurs ihres Vorgängers Léo Apotheker vollzogen. Der wollte das PC-Geschäft noch abspalten und den Konzern auf IT-Dienstleistungen und Software ausrichten. Das Hin und Her verdeutlicht, dass die Probleme zum Teil auch auf die Orientierungslosigkeit im Top-Management zurückzuführen sind.