Wirtschaftskrise

25 Prozent weniger Aussteller auf der CeBIT 2009

20.02.2009
Die globale Wirtschaftskrise trifft auch die weltweite ITK-Leitmesse CeBIT in diesem Jahr hart.
Ernst Raue: 'Angesichts der Weltwirtschaftskrise ein Erfolg' (Foto: Deutsche Messe AG)
Ernst Raue: 'Angesichts der Weltwirtschaftskrise ein Erfolg' (Foto: Deutsche Messe AG)

Die CeBIT (3. bis 8. März) in Hannover verzeichnet in diesem Jahr einen dramatischen Aussteller-Rückgang von 25 Prozent auf rund 4300 Unternehmen. Das sagte Messe-Vorstandsmitglied Ernst Raue der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Ausstellungsfläche geht nach dem derzeitigen Stand im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent auf rund 200.000 Quadratmeter zurück.

"4300 Aussteller aus aller Welt sind angesichts der Weltwirtschaftskrise ein Erfolg. Firmen, die ihre Marketing-Budgets auf Null stellen müssen, werden in diesem Jahr allerdings nicht in Hannover sein. Am Marketing wird zuerst gespart", sagte Raue. "Wir werden in diesem Jahr eine sehr effiziente CeBIT sehen. Die Firmen, die kommen, und auch die Besucher haben es sich sehr genau überlegt und verbinden mit dem Auftritt in Hannover große Hoffnungen." Die weltgrößte High-Tech-Messe zeige Wege aus der Krise.

"Am Marketing wird zuerst gespart"

Nicht jede Firma hat mehr das Budget für einen teuren Messestand. (Foto: Thomas Cloer)
Nicht jede Firma hat mehr das Budget für einen teuren Messestand. (Foto: Thomas Cloer)

Der Aussteller-Rückgang sorge auch für einen Umsatzrückgang bei der Messegesellschaft. Konkrete Zahlen nannte Raue nicht. Die CeBIT ist die wichtigste Veranstaltung der Deutschen Messe AG neben der Industrieschau Hannover Messe im April, bei der die Ausstellerzahl aber stabil ist.

Vor allem viele kleine Hardware-Hersteller und Telekommunikationsausrüster aus China, Taiwan, Südkorea und Hongkong verzichteten auf einen CeBIT-Auftritt und seien die Hauptursache für den Rückgang der Ausstellerzahl. "Die Krise verschärft dort die ohnehin harte Marktverdrängung noch einmal. Viele Firmen gibt es einfach nicht mehr." Auch einige namhafte Unternehmen wie Toshiba und Kyocera verzichteten in diesem Jahr auf einen eigenen Stand. Dafür gebe es zahlreiche Rückkehrer, wie etwa Dell, Intershop oder Nokia Siemens Networks (NSN). Weiter ausgebaut wurde auch das Konferenzprogramm.

Reform kommt gut an

Die CeBIT präsentiert sich seit 2008 grundlegend reformiert. (Foto: Thomas Cloer)
Die CeBIT präsentiert sich seit 2008 grundlegend reformiert. (Foto: Thomas Cloer)

Die grundlegende Reform der Messe im vergangenen Jahr sei in der Branche gut angenommen worden. Das Ziel: ein schärferes Profil, eine übersichtlichere Struktur und mehr Inhalt. Im Zentrum steht nun aus Sicht der Veranstalter das Interesse der Nutzer, im Fokus stehen IT-Lösungen für Unternehmen. Die Messe wurde zudem um einen auf sechs Tage verkürzt. Von 2010 an soll die CeBIT künftig nur noch fünf Tage dauern. Der bisherige Messe-Sonntag wird dann gestrichen - damit sinken die Kosten für die Unternehmen weiter.

Als Schwerpunkte der CeBIT in diesem Jahr gelten effizientere IT-Lösungen zur Kostenoptimierung, umweltfreundliche Informationstechnologie und IT-Sicherheit. Außerdem geht es vor allem um Anwendungen und Inhalte rund ums Internet, etwa Web 2.0, soziale Netzwerke, neue Geschäftsmodelle und mobiles Internet - die CeBIT hat dies unter dem Schlagwort "Webciety" zusammengefasst.