Gartner

2015 werden gut 7 Millionen Chromebooks verkauft

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Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner hat eine Prognose zum Markt für Chromebooks veröffentlicht.

Demnach sollen heuer 7,3 Millionen Chromebooks an Endkunden verkauft werden, das wären 27 Prozent mehr als 2014. Größtes Marktsegment ist der Bildungssektor, auf den knapp drei Viertel (72 Prozent) der gesamten Chromebook-Verkäufe entfallen. "Seit Mitte 2011 das erste Modell erschien, waren Googles Chromebooks vor allem im Education-Segment aller Regionen erfolgreich", erläutert die Gartner-Analystin Isabelle Durand. "2014 erwarb der Bildungssektor 72 Prozent der Chromebooks in EMEA (Europa, Nahost und Asien), 69 Prozent in Asia/Pacific sowie 60 Prozent in den USA."

Mit der Hardware des Chromebook Pixel wildert Google im Revier von Apples MacBook Pro.
Mit der Hardware des Chromebook Pixel wildert Google im Revier von Apples MacBook Pro.
Foto: Google

Trotz Interesse in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) und bestimmten Branchen werden Chromebooks in der Wirtschaft bislang kaum gekauft. Google adressiert dieses Segment aber immer stärker mit unter anderem seinem Büropaket "Chromebook for Work" und der Möglichkeit, immer mehr Progamme und Dienste auch offline zu nutzen. Da wo Unternehmen einfachen, sicheren, günstigen und leicht verwaltbaren Zugriff auf neue Webanwendungen und Legacy-Systeme gewähren wollten, seien Chromebooks durchaus eine Gerätealternative, sagt Expertin Durand - solange nicht eine bestimmte Applikation eine Windows-Entscheidung erzwinge.

Im Einzelhandel für Konsumenten müsse Google aber speziell außerhalb der USA die Bekanntheit der Marke Chromebook und ihrer Möglichkeiten noch verbessern. "Die meisten Chromebook-Nutzer sind technisch versiert und kaufen so ein Gerät als Begleiter für ihren primären Desktop- oder Notebook-Computer", so Durand weiter. "Andere kaufen ein Chromebook für den Haushalt als eine zweite kostengünstige PC-Alternative." Dass Chromebooks bei Endkunden nicht besser ankommen, liegt aus Sicht der Gartner-Frau unter anderem an der mangelnden Konnektivität in Schwellenmärkten, fehlendem Verständnis für Cloud-Software und dem Zwang, Inhalte in der Cloud und in Googles Ökosystem vorzuhalten.

Chromebooks - die mittlerweile von allerlei Herstellern zu haben sind - haben ein ressourcesparendes Betriebssystem auf Linux-Basis, das sich automatisch aktualisiert und nur geringere Anforderungen an die Hardware stellt. Das Chrome OS bootet üblicherweise von einer kleinen SSD, die Daten des Nutzers werden in der Google-Cloud gescpeichert. Die meisten Geräte sind sehr kostengünstig; Google selbst bietet (allerdings nicht in Deutschland) auch das hochwertige Modell "Pixel" an, dass wir in freier Wildbahn bisher aber ausschließlich bei Google-Mitarbeitern gesichtet haben.