Trotz kriselnder Weltwirtschaft

"2009 wird das Jahr der Smartphones"

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Die Marktforscher von ABI Research gehen davon aus, dass der Smartphone-Anteil im weltweiten Handy-Markt gegenüber dem Vorjahr von 14 auf über 17 Prozent ansteigt.

Insgesamt rechnet ABI-Research-Analyst Kevin Burden jedoch damit, dass die Anzahl der verkauften Mobiltelefone von 1,21 Milliarden auf 1,17 Milliarden Geräte zurückgeht. Die unsichere Weltwirtschaft sei dabei nur ein Faktor. Ein anderer sei die wachsende Unzufriedenheit von Privatnutzern mit neuen Devices, deren Funktionen sie nicht komplett ausschöpfen könnten, erklärte Burden in einem Interview: "Viele Menschen haben bereits ein brauchbares Handy mit Farbdisplay und anderen Features und sind damit möglicherweise vollkommen glücklich." Die schlechte Wirtschaftlage werde somit zur Entschuldigung, sich kein noch moderneres Mobiltelefon anzuschaffen, so der Analyst. Burden und andere Marktforscher gehen davon aus, dass Besitzer von aktuellen Devices nicht einmal aller zehn Prozent aller Funktionen nutzen, geschweige denn lernen, sie zu verwenden.

Schlechter Start wegen Softwarepannen: RIMs Blackberry Storm.
Schlechter Start wegen Softwarepannen: RIMs Blackberry Storm.

Smartphone-Hersteller, die der Vorwurf der Featuritis und steigender Komplexität durchaus auch trifft, sind laut ABI Research weniger stark betroffen, da es sich um ein noch relativ junges Segment handelt. Hinzu käme, dass viele Early Adopters etwas komplett Neues ausprobieren wollen. Nachdem der Smartphone-Bereich im Vorjahr fast epidemischen Zuwächse von 47 Prozent vorgelegt hat, rechnet Burden für 2009 mit einem "langsamen" Wachstum um 18 Prozent auf 203 Millionen Geräte. Unter günstigeren Konjunkturbedingungen würde das Absatzplus aber deutlich höher ausfallen, fügt er hinzu.

Laut ABI Research stammten im vergangenen Jahr 38.6 Prozent aller verkauften 1,21 Milliarden Mobiltelefone von Nokia. Samsung erreichte einen Marktanteil von 16,2 Prozent, gefolgt von LG und Motorola (beide 8,3 Prozent), Sony Ericsson (8 Prozent), Research in Motion (1,9 Prozent), Kyocera (1,4 Prozent). Dahinter platzierten sich Apple und HTC mit jeweils 1,1 Prozent sowie Sharp (1 Prozent). Am meisten konnten laut Burden RIM und Apple von neuen Geräten profitieren - der Analyst hält es entsprechend für wahrscheinlich, dass sie 2009 ihren Einzug in das Privatkundengeschäft weiterführen werden. Für HTC werden sich wahrscheinlich die Vorstellung des Google-Android-Smartphones T-Mobile G1 und einige größere Verträge positiv auswirken.