Gartner-Prognose

2009 kein Wachstum bei Unternehmens-Software

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Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner hat eine nicht gerade optimistische Prognose für den Markt für Enterprise-Software im Jahr 2009 vorgelegt.

Demnach sollen die Erlöse mit Unternehmenssoftware in diesem Jahr bei 222,6 Milliarden Dollar stagnieren (nach 221,9 Milliarden Dollar 2008 kann man ein Plus von 0,3 Prozent schwerlich als Wachstum bezeichnen). Ende 2008 hatte Gartner noch ein Wachstum von sechs Prozent prognostiziert. Die aktualisierte Schätzung lässt zudem noch Luft für ein bis zwei Prozentpunkte nach unten, falls sich die Wirtschaftskrise noch schlimmer entwickelt als gedacht.

Trotz des ungewissen Ausblicks habe der Enterprise-Software-Markt aber die Chance, den wirtschaftlichen Abschwung besser zu überstehen als in den Jahren 2001 und 2002, glaubt Gartner. Die Marktbedingungen seien heute dramatisch anders, was Reifegrad, Marktdurchdringung, Vertrauen in IT sowie den geographischen und vertikalen Mix angehe.

"Das vierte Quartal 2008 war der Wendepunkt hin zum Entstehen einer ungemütlichen Verkaufssituation, die eine Reihe schwieriger Quartale für die Märkte für Unternehmens-Software nach sich ziehen dürfte", sagt Gartner-Analyst Tom Eid. "Wir erwarten derzeit eine langsame wirtschaftliche Erholung, bei der die Software-Investitionen nicht vor dem ersten Halbjahr 2010 wieder anziehen."

Die besten Chancen für Wachstum auch in der Krise bescheinigt Gartner Software-Anbietern, die einen ausgewogenen Mix aus Channel-, Neulizenz- und Wartungs-Umsatzströmen vorweisen können und möglichst flexible Vertragsbedingungen (SaaS, Open Source, Outsourcing) anbieten. Außerdem seien große Hersteller im Vorteil, weil sie von eine guten geographischen Verteilung und hinreichend großen Einnahmeströmen profitieren sowie die Produkte aggressiver bepreisen und bündeln könnten.

Gartner geht davon aus, dass die allermeisten Marktsegmente der Enterprise Software auch 2009 leicht wachsen werden. In einigen der größten Bereiche wie Betriebssysteme, Office-Pakete, Middleware, Storage sowie digitale Content-Erstellung dürften aber die Erlöse sinken. Signifikante Zuwächse erwarten die Auguren bei Appliances (Hardware im Paket mit essentiellen Software-Funktionen) sowie Software für Hierarchisches Storage-Management und Archivierung, Web-Conferencing sowie Security Information and Event Management.

"Insgesamt erwarten wir besonderes Interesse an Techniken, die bei der Kostenoptimierung helfen können. Davon werden alternative Software-Beschaffungsmodelle profitieren, weil Unternehmen versuchen, Ausgaben von Investitionen in die Betriebskosten zu verlagern", vermutet der Gartner-Experte Fabrizio Biscotti. "In der Folge werden Hersteller profitieren, die Software-as-a-Service, IT Asset Management, Virtualisierungsfähigkeiten sowie die Möglichkeit anbieten, Open Source zu verwenden."