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"2001 wird das Jahr des E-Business"

07.12.2000
Gestern stellte der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) die Ergebnisse seiner E-Business-Umfrage vor. Fazit: Im kommenden Jahr wollen über 50 Prozent von 22.000 deutschen Firmen in IT investieren.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Thema E-Business gewinnt in Deutschland an Bedeutung: Im kommenden Jahr planen über 50 Prozent der deutschen Unternehmen, in den Auf- und Ausbau ihrer IT-Ausstattung zu investieren. Das ist das Ergebnis einer breit angelegten Studie des Deutschen Industrie- und Handelstags (DIHT) und der MediaMit GmbH, die 22.000 Firmen aus allen Branchen zum Thema IT- und Internet-Investitionen befragte. DIHT-Präsident Hans Peter Stihl stellte die Untersuchung am gestrigen Mittwoch in Berlin vor.

"Für die deutsche Wirtschaft ist das Thema E-Business keine terra incognita," erklärte Stihl. Schon heute setzten drei von fünf hiesigen Unternehmen eine oder mehrere IT-Anwendungen wie eine eigene Homepage, Intranet, Extranet oder elektronische Kundenbetreuung ein. Überdurchschnittlich hoch sei der Einsatz der neuen Technologien in der Industrie (69 Prozent) sowie in einigen Dienstleistungsbereichen wie in der Nachrichtenübermittlung (92 Prozent), im Kreditgewerbe und der Bildungswirtschaft (je 83 Prozent), in der Reisevermittlung (70 Prozent) sowie bei DV-Unternehmen (62 Prozent).

Die populärste Art der IT-Anwendung ist dabei mit 49 Prozent die Firmenpräsentation im Internet. An zweiter Stelle rangiert das unternehmensinterne Intranet mit 27 Prozent. Eher stiefmütterlich wird von deutschen Firmen allerdings das Thema Umstrukturierung der gesamten Wertschöpfungskette behandelt. "Weder die elektronische Geschäftsabwicklung mit Firmen- oder Endkunden noch die Kundennachbetreuung über das Internet haben sich bislang bei den Unternehmen flächendeckend durchgesetzt," bedauerte Stihl. Den IT-gestützten Einkauf und Verkauf an Geschäftskunden (B2B) und die Kundenpflege via Web (After-Sales-Service) sind hierzulande lediglich bei 16 beziehungsweise 15 Prozent der Companies anzufinden. Das Intranet zur Unternehmenskooperation wird bei nur 12 Prozent und Business-to-Consumer-Services (B2C) nur bei elf Prozent der Firmen eingesetzt.

Der Studie zufolge blockiert vor allem die tatsächliche oder vermeintliche Kundenzurückhaltung in puncto Web die noch intensivere Nutzung des Internet. Darin sieht die Hälfte aller Unternehmen das größte Hemmnis, mehr Mittel in die neuen Technologien zu investieren. Jede dritte Firma scheut daher die erforderlichen Hardware- und Softwareanschaffungen. Rund einem Viertel der Betriebe fehlt es zudem an Fachpersonal sowie an Vertrauen in die Sicherheit des elektronischen Geschäftsverkehrs. Rechtssicherheit ist nur für wenige Unternehmen ein Thema, wird jedoch umso bedeutender, je größer die Firmen sind.

Erfreut zeigte sich Stihl über die Tatsache, dass 52 Prozent der deutschen Unternehmen im kommenden Jahr ihre IT-Anschaffungen ausweiten wollen. So wurde das Jahr 2001 vom DIHT unter das Leitmotto "Jahr des E-Business" gestellt. Rund 36 Prozent der Firmen wollen künftig mehr Geld in ihren Internet-Auftritt investieren. Knapp 20 Prozent planen im neuen Jahr die Erweiterung ihrer B2B-Aktivitäten und der Online-Kundenpflege. Auf das unternehmensinterne Intranet und B2C-Services wollen sich 15 beziehungsweise 13 Prozent der Betriebe konzentrieren. Nur neun Prozent erwägen Investitionen in die Nutzung eines Intranet beziehungsweise Extranet zur Unternehmenskooperation.

"Unsere Daten sollen gerade kleineren Unternehmen sowie Betrieben bestimmter Wirtschaftszweige Mut machen," lautete das Fazit des DIHT-Präsidenten. "Denn die Unternehmen, die jetzt schon die Informationstechnologien offensiv einsetzen und auch im neuen Jahr diesen Weg mutig weiterverfolgen, sehen deutlich positiver in die geschäftliche Zukunft als die IT-Nachzügler." Dies wirke sich sowohl auf die Beschäftigungsplanung wie auch auf die Ausbildungsbereitschaft aus. Laut Stihl gehen die IT-Pioniere für das Jahr 2001 von steigenden Mitarbeiter- und Azubi-Zahlen aus.

Die Studie "E-Business in Deutschland" wurde im Herbst 2000 mit über 22.000 Unternehmen durchgeführt und steht als PDF-Datei zum kostenlosen Download bereit.