20 Jahre Windows: Der lange Weg zum Monopol

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Im August feierte Microsoft den 20. Geburtstag des Betriebssystems - doch nicht alle feierten mit.

Spöttern fiele es leicht, zumindest einen Zusammenhang zwischen Windows 1.0 und dem für 2006 angekündigten Longhorn herzustellen: Wie sein Urahn hat sich auch der jüngste Spross stark verspätet und bleibt in seinen Fähigkeiten deutlich hinter Microsofts Versprechen zurück. Mit einer schlitzohrigen Ankündigungspolitik gelang es Bill Gates immer wieder, Konkurrenten auszutricksen und sich gegen Wettbewerber durchzusetzen, die schon marktreife Produkte oder zumindest einen Entwicklungsvorsprung vorweisen konnten. Microsoft nutzte seine Macht und kämpfte mit harten Bandagen. Die Folge waren zwei kartellrechtliche Verfahren, die aber beide glimpflich für das Unternehmen endeten.

Der Netzwerkeffekt

Microsofts Monopol könnte man als Ergebnis eines Netzwerkeffekts betrachten. Mit steigender Zahl der Anwender interessierten sich auch die Hardwarehersteller für Windows, was das System wiederum für die Nutzer attraktiver machte. Die Netzwerkeffekte beschleunigen dann den Trend zu einem Monopol, wenn keine Standards existieren, auf deren Grundlage Konkurrenzprodukte entstehen könnten. Während das Design des IBM-PC offen gelegt wurde und daher andere Firmen damit kompatible Rechner bauen konnten, befanden sich die Programmierschnittstellen (APIs) von DOS und Windows unter der völligen Kontrolle von Microsoft. Softwareentwickler sind natürlich daran interessiert, mit ihren Programmen eine möglichst große Käuferschicht zu erreichen. Aufgrund der inkompatiblen Programmiermodelle ist der Aufwand für die parallele Unterstützung mehrerer Betriebssysteme sehr hoch, so dass die allermeisten Softwarehäuser jene Plattform vorziehen, die am meisten Anwender hat.