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20 Jahre (elektronische) Virenplage

13.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Computervirus taucht, ähnlich wie sein biologisches Vorbild, in immer neuen Varianten auf und hält sich hartnäckig - mittlerweile seit 20 Jahren. Im November 1983 hatte der Student Fred Cohen in einwöchiger Arbeit an der University of Southern California den ersten digitalen Schädling entwickelt. Während man in der heutigen Zeit Computerviren hauptsächlich mit dem Betriebssystem Windows assoziiert, lief der erste Vertreter dieser Spezies auf einem Unix-System.

Die inzwischen gebräuchliche Verbreitungsmethode als Wurm ist bereits seit 1979 bekannt. Damals haben sie Forscher im Xerox-Forschungszentrum PARC (Palo Alto Research Center) als Technologie entwickelt, um Software-Updates automatisch auf viele Rechner verteilen zu können.

Inzwischen sind über 60.000 unterschiedliche digitale Schädlinge aufgetaucht. Jeden Monat entdecken die Virenforscher rund 400 neue Varianten. Bis Anfang der 90er-Jahre legten hauptsächlich über Disketten verbreitete Bootsektor-Viren die PCs lahm, in der Folge machten Makroviren Microsoft-Office-Anwendern das Leben schwer. Über das Internet gibt es mehrere Verbreitungsformen, zum Beispiel als klassischer Virus in einem E-Mail-Anhang oder einem Newsgroup-Posting sowie als sich selbst verbreitender Wurm, der gezielt Schwachpunkte in Server-Betriebssystemen ausnutzt. In einer weiteren Ausprägung dienen trojanische Pferde und "Backdoor"-Programme zum Ausspionieren fremder Rechner. (lex)