Rollen von CEO, CIO und CDO

10 Trends in der Digitalisierung

18.04.2016
Von 
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und beschäftigt sich mit Rechtsurteilen, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.

Entscheidend ist der CEO

Das gilt umso mehr für die zehn Kriterien, die nach PwC-Erkenntnis entscheidend für einen hohen digitalen IQ sind. Diese sind:

1. Der CEO als Champion: PwC betont, dass bereits in der ersten Ausgabe der Studie 2007 die entscheidende Korrelation festgestellt wurde. Wenn der CEO die Digitalisierung zur Chefsache macht, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer stärkeren finanziellen Performance. Ein wichtiger Grund dafür: CEOs verfolgen ambitionierte Ziele, bei denen digitale Aktivitäten helfen sollen, und sie priorisieren Umbrüche höher als andere Vorstandsmitglieder. Eine aktuelle Entwicklung ist das wachsende Engagement der gesamten Vorstandsetage für eine digitale Strategie. Immer häufiger werden in der Folge CIOs zu formellen Sitzungen eingeladen.

2. Digitale Leader bestimmen die Strategie: In Firmen mit hohem digitalen IQ gibt der CEO die Vision vor. Operativ umgesetzt wird sie im Rahmen einer Geschäftsstrategie dann zumeist von CIOs oder CDOs. Manchmal sind aber die Strukturen zu kompliziert, um diesen Königsweg ad hoc zu gehen. PwC empfiehlt für diese Fälle digitale Gremien, in den etwa CIOs und CMOs zusammenarbeiten.

3. Engagement allenthalben: CEOs und CIOs/CDOs sind zwar die idealen Visionäre und Macher. Aber auch die übrigen C-Level-Manager bringen sich in führenden Firmen ein - zum Beispiel durch Maximierung ihrer IT-Investitionen oder das Aufzeigen von zu behebenden Sollbruchstellen. Die Zusammenarbeit im Vorstand ist also ein wichtiger Faktor. Die Achillesferse dabei ist laut PwC häufig das Verhältnis von CIO und CMO, das nur in 54 Prozent der Unternehmen fruchtbar ist.

4. Die Strategie wird unternehmensweit geteilt: Hier gibt es Fortschritte zu vermelden. Geschäftliche und digitale Strategien sind laut Studie inzwischen in 69 Prozent der Firmen unternehmensweit als Richtschnur etabliert; im vergangenen Jahr war das lediglich in 55 Prozent der Unternehmen der Fall.

5. Der Outside-in-Ansatz: Die Top-Performer heben besser als andere das Innovationspotenzial an ihren Rändern. Sie sind offen für technologische Einsatzpotenziale, die ihnen Kunden oder IT-Partner aufzeigen.

6. Triebfeder komparativer Vorteil: Potenziale gilt es dahingehend zu filtern, wo sie am vielversprechendsten in geschäftlicher Hinsicht sind. Die größte strategische Bedeutung in den kommenden Jahren haben laut Studie diese Technologien: Cybersecurity, Data Mining & Analyse, Datenvisualisierung, Private Cloud und Digital Delivery. Zum Teil werde auch auf ausgefallenere Dinge gesetzt wie NoSQL-Datenbanken oder Enterprise Wearables.

7. Effektive Nutzung von Firmendaten: Wert generieren Daten meist dann, wenn man sie als Grundlage für strategische Entscheidungen nutzt. Die Umsetzung scheitert nach den Erfahrungen der Befragten nicht an der Sammlung von Daten, sondern an den Hürden eingeschliffene Verhaltensweisen und Skills. Zum Beispiel wird nicht verstanden, welche Daten genutzt werden könnten und wofür. Top-Performer haben dazu offenbar klarere Vorstellungen. 78 Prozent halten Daten von Dritten für potenziell attraktiv, 70 Prozent Cloud Application-Daten, 69 Prozent Social Media-Daten und 64 Prozent Lokalisierungsdaten.

8. Proaktive Cybersecurity: Sicherheit und Datenschutz sind wichtig, darum muss sich ein Unternehmen kümmern. Das weiß jeder. Digitalen IQ beweist man auf diesem Feld deshalb durch Proaktivität. Das heißt laut PwC: Stets darüber nachdenken, wie die eigenen Cybersecurity-Strategien der Markenbildung, dem Wettbewerbsvorteil und dem Shareholder Value dienen könnten. Ein Beispiel: Risikomanager und Security-Chefs, die man regelmäßig und öffentlich über Produktentwicklungen zu Wort kommen lässt - Security als Werbeträger sozusagen.

9. Eine digitale Roadmap: PwC geht davon aus, dass inzwischen mehr Unternehmen denn je begriffen haben, dass man sich bei der Digitalisierung nicht kurzfristig treiben lassen darf. Das Problem ist offenbar ein Mangel an Skills: Nur 55 Prozent fühlen sich gut genug gerüstet, um tatsächlich eine Vision für das ganze Unternehmen liefern zu können.

10. Konsistentes Messen: 79 Prozent der digital erfolgreichen Unternehmen setzten auf akkurate Messungen. Entscheidend ist dabei, klassische Metriken wie den ROI mit neuen Instrumenten zu kombinieren - nämlich breit angelegten "Cybermetriken", die etwa ein Dutzend relevanter Indikatoren umfassen. Eine mögliche Messgröße: strategisch relevante Trends, die tatsächlich als Resultat von Datenverfolgung identifiziert werden konnten.