E-Mail-Verkehr

10 E-Mail-Todsünden, die Sie kennen sollten

26.08.2016
Von Meridith Levinson und
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
"Ich sollte das was jetzt kommt wirklich nicht schreiben" ist einer dieser Zusätze, mit denen man brisante E-Mail-Inhalte entkräften möchte. Das Vorhaben geht häufig nach hinten los. So erregt man viel mehr Aufmerksamkeit und macht alles nur schlimmer. Im schlimmsten Fall kommt es zur Kündigung.
Elektronische Kommunikation kann schnell zum Fallstrick werden. Wir haben ihnen zehn E-Mail-Todsünden zusammengetragen, die Sie kennen sollten.
Elektronische Kommunikation kann schnell zum Fallstrick werden. Wir haben ihnen zehn E-Mail-Todsünden zusammengetragen, die Sie kennen sollten.
Foto: Ispirits - Fotolia.com

Wir haben das alle schon mal getan: Eine E-Mail oder eine Instant Message abgeschickt, in der wir einem Kollegen Geheim-Infos über eine Kündigung oder schlechte Zahlen geschickt haben. Viele haben bestimmt auch schon über den Chef oder seltsame Management-Entscheidungen hergezogen.

Versenden wir nun also E-Mails mit Inhalten, die wir lieber für uns behalten sollten, dann versehen wir sie häufig mit Zusätzen. Worte, mit denen wir unsere Sensibilität unterstreichen und mit denen wir buchstäblich unsere Haut retten wollen. Unsere Schwesterpublikation CIO.com hat zehn dieser Zusätze zusammengestellt.

Zehn Zusätze, die in E-Mails besser nicht auftauchen sollten

1. "Ich könnte in Schwierigkeiten geraten, wenn ich dir das jetzt schreibe, aber…"

2. "Lösch diese E-Mail bitte sofort."

3. "Ich sollte das, was jetzt kommt, wirklich nicht aufschreiben."

4. "Sag das aber bitte nicht dem und dem", oder "Leite das bitte nicht dem und dem weiter."

5. "Sie/Er werden das niemals herausfinden."

6. "Wir machen das diesmal anders als normalerweise."

7. "Ich glaube ich dürfte das gar nicht wissen, aber…"

8. "Ich möchte dieses Thema nicht per E-Mail diskutieren. Ruf mich doch bitte an."

9. "Frag nicht. Du willst das nicht wissen."

10. "Ist das denn eigentlich legal?"

All diese Sätze bewirken häufig genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich bezwecken sollen. E-Mails mit solchen Zusätzen erregen noch mehr Aufmerksamkeit als blanke Nachrichten.

Schwierigkeiten, und zwar große

Können einen solche Mails in Schwierigkeiten bringen? Ja, und zwar in große. Dass Sie vertrauliche Informationen via Mail verbreiten, kann im schlimmsten Fall ein Kündigungsgrund sein. Oder wenn Sie per Mail ein bisschen Dampf abgelassen haben - auch das kann zur Entlassung führen. Wenn sich jemand über Sie beschwert, kann eine solche Mail schnell gegen Sie verwendet werden.

Die amerikanische PNC-Bank etwa entließ 2004 zwei Frauen, die vermeintlich harmlose Joke-Mails weitergeleitet hatten. Genau wie diese beiden Mitarbeiterinnen denken viele: Was habe ich denn verbrochen?

Überwachungssoftware

Zahlreiche Unternehmen überwachen den Mail-Verkehr ihrer Mitarbeiter mit einer speziellen Software und/oder archivieren ihn. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass E-Mails nicht wie ein gesprochenes Wort verhallen, sondern auf Abruf bereitstehen. Und gegen einen verwendet werden können.